Verlobung, Haus, Hochzeit, Kinder & wenn die Reihenfolge plötzlich egal ist

by - Februar 22, 2018


Foto von unserer Hochzeit am 17.02.2018

Ihr kennt das bestimmt. Man hat schon ziemlich früh diese genaue Vorstellung davon, wie später einmal alles ablaufen soll, wenn man einen Partner gefunden hat und sesshaft werden möchte. Hauptsächlich wird einem die klassische Reihenfolge vorgelebt. Man lebt erst einige Jahre glücklich zusammen bis eines Tages natürlich der Mann den romantischen Antrag macht zu dem Frau nur JA sagen kann. Es wird ein Hochzeitstermin angesetzt und vielleicht auch ein Haus gekauft oder gemietet oder eventuell wird auch erst geheiratet und dann kommt das Haus. Bei diesem Punkt bin ich mir nicht ganz sicher ;-) Kurze Zeit nach der Hochzeit wird Frau schwanger und damit ist die klassische Reihenfolge eigentlich bereits erfüllt. Und es klingt so einfach. Und so ungefähr habe ich mir das mit Ende 20 auch noch vorgestellt.

Da war der langjährige Partner, das Mietshaus, dann der romantische Antrag, der Hochzeitstermin - und dann der große Knall. Auf einmal waren alle Wünsche und Träume, die ich für die Zukunft hatte wie vom Erdboden verschluckt.

Und wie ist es jetzt ziemlich genau 4 Jahre später?

Ich habe alles was ich wollte, nur in der "falschen" Reihenfolge, ziemlich chaotisch und doch genau richtig. Es gab keine romantische Verlobung im klassischen Sinne, das Haus ist ein Altbau, den ich früh in unserer Beziehung "für mich selbst" gekauft habe und in dem wir seitdem sanieren. Die Hochzeit fand kürzlich in hochschwangerem Zustand standesamtlich statt und zwar ganz allein und einfach mit anschließendem Essen zu zweit. Unser Kind wird geboren werden noch bevor unser Haus bezugsfertig ist (Altbauten sind aber auch jederzeit für eine Überrasschung gut :)) und ja, vieles davon habe ich mir so nicht vorgestellt. Weil es unüblich ist. Und manchmal anstrengend. Aber so ist das Leben. Es ist nicht alles bis ins letzte Detail planbar.

Unsere Eheringe & unser Stammbuch


Von der Gesellschaft wird uns so viel "vorgeschrieben" wie genau etwas zu laufen hat, damit es "richtig" ist. Von außen betrachtet ist es ja auch immer sehr leicht über andere zu urteilen. Man kann es eigentlich niemandem recht machen. Entweder man zieht zu früh zusammen, wird zu früh schwanger, heiratet zu früh oder man macht das alles zu spät. Oder oder oder...
Fakt ist: Es gibt kein richtig oder falsch. Jeder findet seinen eigenen Weg und manchmal ist das genau der Weg, den man vorher gar nicht einschlagen wollte oder zumindest nicht so. Außerdem kann man seine Meinung zu Dingen auch ändern, denn man entwickelt sich weiter. Allerdings kann man auch damit rechnen, dass manche Leute dies einem vorhalten werden nach dem Motto: "Aber du hast vor ein paar Monaten noch was ganz anderes gesagt!"

Auf die Nachricht, dass wir nur zu zweit ohne Familie und Freunde standesamtlich heiraten werden, gab es ebenfalls einige Kommentare. Es gibt zu dem Thema viele Ansichten. Ohne einen richtigen Antrag ist man z. B. gar nicht verlobt, habe ich gehört :) Wenn man sich alleine traut, aber anschließend mit der Familie essen gehen möchte, geht das nicht, wenn der Mann keinen richtigen Antrag gemacht hat, wurde mir ebenfalls erzählt.

So oder so ist es wichtig zu erkennen, dass jeder zu allem eine Meinung haben wird und diese höchstwahrscheinlich auch mitteilt. Dies spielt aber absolut keine Rolle, wenn man selbst mit dem eigenen Weg zufrieden ist oder zumindest weiß, dass es auch in Ordnung ist, wenn nicht alles "perfekt" ist. Gerade heutzutage wo man so viel Perfektionismus in den sozialen Medien sehen kann, ist es wichtig, sich hin und wieder ins Gedächtnis zu rufen, dass die Menschen dort meist nur die Schokoladenseite ihres Lebens zeigen und ein Vergleich damit auf Dauer unglücklich machen kann.

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0 Kommentare

Schön, dass du da warst :)